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Klassik- und Kulturinsel: Gustav-Jenner-Festival auf Sylt

Pressemitteilung   •   Okt 30, 2019 14:54 CET

Westerlands Kantor Christian Bechmann ist Mitorganisator des Festivals

Vom 26. April bis 3. Mai 2020 findet auf Sylt das Gustav-Jenner-Festival statt und würdigt einen Komponisten, der auf seiner Heimatinsel nie große Wertschätzung erhielt. Das soll sich nun ändern.

Sein Talent wurde von Tschaikowski erkannt, er war der einzige Kompositionsschüler, den Johannes Brahms je angenommen hat, wurde von Theodor Storm hochgeschätzt und hinterließ ein umfangreiches musikalisches Werk. Dennoch erhielt der in Keitum geborene Komponist Gustav Jenner nach seinem Tod 1920 nie die Wertschätzung, die angemessen gewesen wäre. „Sylt besitzt mit Gustav Jenner einen bisher nicht gehobenen Schatz des insularen Kulturerbes“, weiß Westerlands Kantor Christian Bechmann. Und so machte sich eine Gruppe ehrenamtlicher Initiatoren daran, zum 100sten Todestag des Komponisten im kommenden Jahr diesen Schatz zu heben.

Die Initiative für die Durchführung eines Jubiläums-Festivals auf Sylt ging von Carl-Martin Buttgereit aus, der sein aus Bläsern, Streichern und Klavier bestehendes Cyprian-Ensemble sowie die Sopranistin Sybilla Rubens für das Vorhaben begeistern konnte. Sie holten sich den in Husum aufgewachsenen Sänger und Hochschullehrer Ulf Bästlein sowie Autorin Susanne Bienlein mit an Bord und fanden mit Christian Bechmann und dem Inselbaumeister i.R. Wolfang Knuth insulare Partner, die das Festival mit dem für diesen Zweck gegründeten Verein „Kulturerbe Sylt“ vor Ort auf die Beine stellen.

Im Rahmen des Festivals werden vom 26. April bis zum 3. Mai 2020 sechs Konzertveranstaltungen an verschiedenen Spielorten stattfinden und biografisch-literarische sowie musikalische Elemente miteinander vereinen. „Wir streben ein Festivalcharakter mit starkem Ortsbezug und hohem Qualitätsanspruch an“, sagt Christian Bechmann, für den Jenner kein Unbekannter ist: Er schrieb seine Diplomarbeit an der Musikhochschule Lübeck über ein Jenner-Thema.

Der Zeitraum für das Festival wurde bewusst außerhalb der turbulenten Hauptsaison gewählt und kann für Gäste ein Anlass sein, auch in der ruhigeren Zeit auf die Insel zu reisen. Die insularen Gastgeber haben durch den weiten Vorlauf die Möglichkeit, das Festival gezielt bei ihren Gästen zu bewerben.

Veranstaltungspartner des Festivals sind die Tourismusbetriebe der Gemeinden Sylt und Wenningstedt-Braderup und die Evangelischen Kirchengemeinden St. Severin und St. Nicolai.


Festival-Programm

Der Festival-Eröffnungsabend am Sonntag, 26. April, steht ganz im Zeichen der Kammermusik Jenners. Das Cyprian Ensemble Freiburg bringt zwei der bedeutendsten Werke des Komponisten im Alten Kursaal in Westerland zur Aufführung. Die musikalischen Darbietungen werden ergänzt durch biografische Ausführungen der Schriftstellerin Susanne Bienwald. (Beginn 17 Uhr, Alter Kursaal Westerland, 25 Euro)

Am Dienstag, 28. April, werden bei einem Liederabend mit Sopranistin Sibylla Rubens zum Teil noch unveröffentlichte Stücke von Gustav Jenner denen seines Lehrers Johannes Brahms gegenübergestellt. (Beginn 20.15 Uhr, Kursaal³, 25 Euro)

Der Abend am Mittwoch, 29. April, in St. Severin steht im Zeichen des literarisch-musikalischen Quartetts Johannes Brahms, Gustav Jenner, Klaus Groth und Theodor Storm und ihrer Freundschaft. Vorgetragen werden am Klavier begleitete Lieder aus dem Fundus der Jenner-Vertonungen von Groth- und Storm-Gedichten. (Beginn 20.15 Uhr, Kirche St. Severin, 20 Euro)

Im Rahmen eines weiteren literarisch-musikalischen Abends am Freitag, 1. Mai, liest Heiner Egge aus seinem druckfrischen Roman, der die in Keitum beginnende Lebensreise Gustav Jenners nachzeichnet. Die Lesung wird ergänzt durch Lieder des Komponisten sowie Musik für Violine und Klavier, dargeboten von Sopranistin Sibylla Rubens, Pianist Carl-Martin Buttgereit und Johannes Blumenröther an der Violine. (Beginn 20.15 Uhr, Kursaal³, 25 Euro)

Beim Mitsing-Konzert mit Kathrin Eigendorf am Samstag, 2. Mai, erleben die Teilnehmer einen ausgelassenen Nachmittag. Gemeinsam werden leicht lernbare Lieder gesungen. Dazu gehören neben Eigenkompositionen auch Lieder Gustav Jenners. (Beginn 17 Uhr, Kirche St. Nicolai, der Eintritt ist kostenlos)

Der Abschlussabend des Festivals findet am Sonntag, 3. Mai, in Westerlands Stadtkirche St. Nicolai statt. Im Mittelpunkt stehen die Kompositionen von Gustav Jenner und seinem Lehrmeister Johannes Brahms. Die Kantoreien St. Nicolai und St. Severin werden sich für diesen Anlass zusammentun und ihre Kirchenmusiker Christian Bechmann und Alexander Ivanov werden ausgewählte Werke der Chor- und Orgelmusik Jenners zu Gehör bringen. (Beginn 17 Uhr, Kirche St. Nicolai, 15 Euro)

Das Festivalticket kostet 99 Euro und berechtigt zum Besuch aller Veranstaltungen.

Kartenvorverkauf online über www.sylt.de/jennerfestival, www.vibus.de, www.kursaal3-sylt.de sowie an allen insularen Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

Weitere Einzelheiten zum Programm und den einzelnen Akteuren entnehmen Sie dem Festival-Flyer.


Zur Person Gustav Jenners

Gustav Jenner, 1865 in Keitum geboren, war ein bedeutender deutscher Komponist und Dirigent. Durch die Hausmusik seiner Eltern, des Arztes Otto Jenner und seiner Frau Anna Bleicken, wurde sein musikalisches Interesse geweckt und er erhielt schon früh Klavierunterricht. Neben dem Unterricht wagte er sich zunächst heimlich autodidaktisch bereits in jungen Jahren an erste Kompositionsversuche.

Seine Begabung wurde unter anderem durch die schleswig-holsteinischen Dichter Klaus Groth und Theodor Storm erkannt und gefördert, deren Texte für Jenner später wiederum häufig Gegenstand seiner Kompositionen wurden. Vermittelt von Klaus Groth, einem engen Freund von Johannes Brahms, übersiedelte Jenner 1888 nach Wien, wo er dessen einziger Kompositionsschüler wurde.

Seit 1895 wirkte Jenner als Universitätsmusikdirektor und Dirigent des Akademischen Konzertvereins in Marburg, wo er im Jahre 1904 in Anerkennung seiner Verdienste um das städtische Kulturleben die Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität erhielt.

Er starb am 29. August 1920.

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