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Alle Sinne auf Empfang - Dämmerungswanderung auf Sylt

Pressemitteilung   •   Mär 04, 2019 15:45 CET

Ein Spaziergang zwischen Tag und Nacht und Land und Meer.

Wann beginnt die Dämmerung? Einfache Frage, verschiedene Antworten: Wenn es Abend wird, sagt der eine, wenn die Sonne untergeht, sagt der andere. Die Biologin Anna Schareck vom Team Naturgewalten hat die Gäste am Deich neben dem Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt in List versammelt und bricht zur Dämmerungs-Wanderung auf, zum Spaziergang in die langsam beginnende Nacht. Auch, um die Tiere zu treffen, die sich am Ende des Tages an der See aufhalten.

„Die Dämmerung beginnt, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist“, sagt Anna Schareck; dunkel ist es dann noch lange nicht und es bleibt genügend Zeit für einen Spaziergang zwischen Tag und Nacht, zwischen Land und Meer. Die Gruppe bricht auf in der beginnenden Dämmerung, denn die Sonne geht gerade hinter den Dünen unter. Der stramme Wind treibt Wolken über die See, über das Land. Mit zunehmender abendlicher Kühle wird es rasch diesig. Und dies ist eine schöne, fast schaurige, Atmosphäre. Das Wasser im Königshafen schimmert grau-grünlich und erste Sandbänke, es ist ablaufendes Wasser, tauchen auf. Sie wirken im Zwielicht des vergehenden Tages so, als ob sie leuchten.

Die Dämmerung ist lang und unmerklich langsam schleicht sich die Nacht von Osten heran. Die Lichter von List gehen an und scheinen in die beginnende Dunkelheit, die Fähre von Röm schiebt sich hell erleuchtet über das im Nordosten zunehmend dunkler werdende Meer. Und drüben, beim Blick über den Königshafen, flammen die Lichter der beiden Leuchttürme auf dem Ellenbogen auf. Vielleicht beginnt die Dämmerung, an der See zumindest, dann, wenn die Leuchttürme angehen. Der Strandhafer wiegt sich in sanfter gelber Farbe, zart und wie in Pastell, der Himmel hingegen drohend und düster, Wolken in der Tönung wie Sand. Und es wirkt, als ob das Auge Farben deutlicher wahrnimmt, desto dämmeriger es wird. „Tatsächlich schärfen sich die anderen Sinne, zum Beispiel Hören und Riechen, mit zunehmender Dunkelheit – der Mensch muss anders wahrnehmen, wenn er nicht mehr richtig sehen kann“, sagt die Biologin Schareck.

Ein Schwanenpaar gleitet über das Wasser des Koogs, in ihrem weißen Federkleid sind sie auch in der Dämmerung deutlich zu erkennen. Austernfischer folgen der Linie des ablaufenden Wassers. „Watvögel richten sich nach den Gezeiten, nicht nach dem Sonnenstand, um auf Futtersuche zu gehen“, erklärt Anna Schareck, „sie brauchen kein Licht um ihre Beute aufzuspüren, dafür haben sie ihren Schnabel.“ Die Austernfischer, mit ihren roten Beinen und dem schwarz-weißen Kleid, sehen aus wie kleine Störche. „Aber was hören Sie?“ Erst einmal außer dem Wind nichts, und dann – ein seltsames Bellen in der Ferne; oder war das ein obskurer Vogellaut? „Vermutlich war das ein Fuchs“, meint Anna Schareck. Wer Glück hat, wird im Frühjahr vielleicht den schnarrenden Balzruf der Kreuzkröten hören, wie er aus den Dünen des Listlandes herüberweht.

Ein Schwarm Pfuhlschnepfen fliegt raschelnd und nah über den Köpfen der Leute Richtung Meer; man scheint sie zu spüren, zu fühlen. Alle Sinne sind auf Empfang gestellt. Es sind nicht nur die Vögel, die in der Dämmerung ein schaurig-schönes Gefühl der Verlorenheit schaffen. Es sind auch die Lichter der beiden Leuchttürme, die ein seltsames Fernweh hervorrufen. Ein spitzer, fast schauriger und heiser krächzender, Vogelschrei weht vom Koog herüber, fast wie eine Warnung. „…das war ein Reiher“, meint Anna Schareck. Die Ohren, das ist deutlich geworden, nehmen inzwischen viel differenzierter wahr. Die Gäste wenden nicht mehr ihr Gesicht, sondern ihr Ohr in eine bestimmte Richtung. „Das waren wieder die Austernfischer.“

Die Dämmerungsführungen rund um den Lister Möwenbergdeich werden vom Erlebniszentrum Naturgewalten angeboten. Sie finden im Frühjahr und Herbst statt – die nächsten vom 13. März bis zum 10. April jeden Mittwoch. Weitere Informationen unterwww.naturgewalten-sylt.de

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